Unter dem Motto „Tasten – Töne – Vielfalt“ hatten die Kirchengemeinden Giengen und Herbrechtingen am Samstagabend zur Einweihung des neuen Konzertklaviers und der neuen Pfeifenorgel in die Neuapostolische Kirche Giengen eingeladen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher füllten die Kirche fast bis auf den letzten Platz.
Die beiden Kirchengemeinden arbeiten seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen zusammen. Die neuen Instrumente geben auch ihrem gemeinsamen musikalischen Leben einen neuen Impuls. „Mit dem Klavier und der neuen Orgel können wir unsere Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen musikalisch noch vielfältiger gestalten“, freute sich schon im Vorfeld Jürgen Fischer, Gemeindevorsteher aus Herbrechtingen.
Bezirksvorsteher Jörg Maier führte in seiner Ansprache aus, dass die beiden "neuen" traditionellen und mechanischen Instrumente die bisherigen elektronischen Instrumente nun ersezten. Dabei handelt es sich zum einen um ein 30jähriges, handgefertigtes Klavier-Meisterstück der Marke KAWAI, welches von Klavierbaumeister Werner Pfaff generalüberholt wurde. Zum anderen um eine vollmechanische zweimanualige Orgel von Orgelbaumeister Vleugels, welche über acht Register beherbergt und mit insgemast fast 500 Orgelpfeifen aufwartet. Ein wahres physikalisches Wunderwerk, mit dem sich bis zu 128 Klangfarben erzeugen lassen. Diese Konzert lebe jedoch nicht nur von der Vielfalt der Register, so Maier, sondern vor allem von der Vielfalt der beiden Kirchengemeinden, die mit weiteren Ensembles das Konzert gestalten.
Benjamiin Zierold führte die Zuhörenden gekonnt durch das Programm, welches einen weiten musikalischen Bogen spannte. Den festlichen Auftakt an der Orgel gestaltete Jürgen Fischer mit einem barock-fröhlichen Allegro von Baldassare Galuppi, gefolgt von Anton Bruckners „Locus iste“, vorgetragen von einem Vokalensemble, bevor erste musikalische Akzente am Klavier erklangen. Das Programm umfasste Vorträge von Antonio Vivaldis „Domine Deus“ für Sopran und Orgel über ein Blockflöten-Ensemble und romantische Streicherklänge bis hin zu zwei Volksliedern des Vokalensembles.
Léon Boëllmanns „Suite Gothique“ eröffnete einen Einblick in die Klangvielfalt der neuen Orgel. Einen ruhigen Akzent setzte hingegen der zweite Satz aus Mozarts Hornkonzert in Es-Dur, ausdrucksstark vorgetragen von Dario Tamino Zierold.
Ein ganz besonderer Moment war das Zusammenspiel der beiden neuen Instrumente: Beim Intermezzo aus Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria rusticana“ in einer Adaption für Orgel und Klavier traten die Orgel mit Jürgen Fischer auf der Empore und das Klavier mit Benjamin Zierold im Altarraum in einen Dialog, der auf besondere Weise den gesamten Kirchenraum nutzte und ausfüllte.
Den Abschluss des Konzertes bildete Johann Sebastian Bachs berühmter Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“, dargeboten von Orgel und Streichquartett.
Mit großem Applaus am Konzertende dankte das Publikum den Mitwirkenden und ihrem abwechslungsreichen Programm. Beim anschließenden Umtrunk nutzten viele Anwesende die Gelegenheit, den Abend bei persönlichen Gesprächen ausklingen zu lassen.
BZ/swa