Im Rahmen der ökumenischen Veranstaltungsreihe „Kirche im Park – Abendgedanken“ hielt Hirte i.R. Reiner Vetter am Sonntag, 07.09.25, eine abendliche Andacht im Kirchengarten des Heidenheimer Brenzparks.
Eingestimmt auf die Gedanken zum Thema „Gnade“ wurden er und die versammelten Interessierten bei schönem Spätsommerwetter von Vorträgen eines Flötenquartetts.
Gnade sei heutzutage kein besonders geläufiges Wort mehr im Alltag – eher im Gegenteil – so Vetter. Allenfalls Gläubige kämen damit noch im Rahmen der Feier des Heiligen Abendmahls in den Gottesdiensten mit der Gnade in Berührung. Früher sei das anders gewesen, so habe beispielweise Apostel Paulus öfter zur Begrüßung die Worte „Gnade sei mit euch“ verwendet. Mittlerweile sei Gnade fast nur noch im rechtlichen Sinn geläufig („Begnadigung“), als Reduzierung oder Aufhebung einer ursprünglich verhängten Strafe.
Gnade nach religiöser Definition, so Reiner Vetter weiter, sei der Akt Gottes, Sünden aus der göttlichen Souveränität heraus unverdient zu vergeben. Schon Martin Luther beschäftigte sich mit der Frage, ob es dem Menschen möglich sei, durch eigene Werke vor Gott Rechtfertigung zu finden, und beantwortete diese Frage mit einem eindeutigen „Nein“.
Vetter führte anhand einiger Beispiele aus dem Alten Testament aus, wie Gnade von Gott ganz persönlich und individuell gewirkt wurde. Jesus brachte durch das Doppelgebot der Liebe und durch seinen Opfertod am Kreuz einen komplett neuen Gnadenbegriff in die Welt. Dadurch wurde erstmalig Vergebung von Schuld möglich und es entstand die berechtigte Hoffnung, trotz eigener Fehler Gnade vor Gott zu finden.
Durch die Gnade Gottes gebe es die Hoffnung auf eine Herrlichkeit bei Gott in der Zukunft – dies wünschte Reiner Vetter abschließend allen Anwesenden.
snw/swa