Zu einer historischen Stadtbesichtigung waren im April 2026 die Seniorinnen und Senioren des Bezirks eingeladen. Über 50 waren dieser Einladung am 14. April 2026, in die 5-Täler-Stadt Geislingen an der Steige gefolgt.
Trotz nasskalten Wetters starteten zwei Besuchergruppen am „Alten Bau“, dem heutigen Heimatmuseum.
Der um das Jahr 1445 von der damaligen Reichsstadt Ulm errichtete Bau diente zugleich als Kornspeicher und Fruchtkasten. Mit seinen acht Stockwerken zählt das imposante Gebäude zu den größten Fachwerkhäusern Deutschlands. Nebenan befindet sich das 1397 erbaute Kornschreiberhaus, das als ältestes Gebäude im gesamten Landkreis Göppingen gilt.
Weiter führt der Weg am ehemaligen Gerberviertel vorbei, das auch „Rebelleninsel“ genannt wird. An dieser Stelle widersetzten sich mutige Geislinger der als ungerecht empfundenen Besteuerung durch Ulm.
Über der Stadt erhebt sich die Burgruine Helfenstein. Sie wurde um das Jahr 1100 zur Sicherung der wichtigen alten Römerstraße erbaut, einem bedeutenden Handelsweg über die Schwäbische Alb. Im Jahr 1938 wurde die Ruine rekonstruiert, allerdings weitgehend nach einem romantisierenden Geschichtsbild. Heute ist sie ein beliebter touristischer Anziehungspunkt.
Die Fußgängerzone, einst Teil der alten Römerstraße, führt durch die Altstadt von Geislingen und zeigt zahlreiche mittelalterliche Bauwerke. Gleich zu Beginn steht das Neue Rathaus von 1913, gefolgt vom Alten Rathaus, das bereits 1422 als Kauf- und Rathaus („Köffhus“) errichtet wurde und einst der Versorgung der Bürger diente. Gegenüber befindet sich der imposante Alte Zoll von 1495, der nach aufwendiger Sanierung heute städtische Ämter und die Tourismusinformation beherbergt.
Unweit davon liegt das Schubarthaus, in dem Christian Friedrich Daniel Schubart im 18. Jahrhundert lebte und wirkte. Als Lehrer, Journalist und Organist prägte er das kulturelle Leben, bevor er später während seiner Haftzeit das bekannte Gedicht „Die Forelle“ verfasste.
Ein weiteres historisches Kleinod ist das Kohn’sche Haus aus dem 16. Jahrhundert, das sich etwas versteckt in der Hansengasse befindet. Den Abschluss der Stadtführung bildete die Evangelische Stadtkirche, die im 15. Jahrhundert unter Mitwirkung der Ulmer Münsterbauhütte entstand.
Nach der rund 90-minütigen Führung kehrte die Gruppe zum gemeinsamen Mittagessen ein, das von einem engagierten Küchenteam vorbereitet wurde. Eine anschließende Diaschau erinnerte an frühere Aktivitäten und wurde durch ein bewegendes Bibelwort begleitet. Den gelungenen Abschluss bildeten Kaffee sowie hausgemachte Kuchen und Torten in geselliger Runde.