Am Mittwochabend, 13. Dezember 2023, besuchte Bezirksapostel Michael Ehrich die Gemeinde Geislingen. Dieser Gottesdienst im Advent wurde in den gesamten Kirchenbezirk Heidenheim übertragen. Gesungen wurde zu Beginn des Gottesdienstes das bekannte Lied „Macht hoch die Tür“.
Der Bezirksapostel legte dem Gottesdienst ein Bibelwort aus Lukas 2, Vers 25 zugrunde: „Und siehe, ein Mensch war in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm.“
Bezugnehmend auf das Chorlied „Ehre sei Gott in der Höhe…“ ging der Bezirksapostel zunächst auf Ehre und Frieden im Zusammenhang mit Christi Geburt ein. Frieden könne jeder Gottesdienstteilnehmer immer aus dem Wort Gottes, also der Predigt und aus dem Abendmahl empfangen, so der Bezirksapostel: „Ich möchte nun den Frieden in eure Herzen legen.“
Advent (=Ankunft) sei auch immer eine Zeit der besonderen Atmosphäre. Jesu sagte damals seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt“. Jesus sei immer das größte Licht der Welt. Wir hätten auch den Auftrag, Licht zu sein, durch Ausbreitung des Evangeliums und durch das stete Befolgen des Doppelgebotes der Liebe. Denn Nächster kann jeder sein (vgl. barmherziger Samariter). Dann leuchten wir auf die erneute Wiederkunft Jesu hin.
In Bezug auf das Bibelwort erläuterte Michael Ehrich den damaligen historischen Kontext, nämlich die Weihe des Kindes im Tempel. Simeon (=Gott hört / Gott erhört) wartete sehnsüchtig auf die Erfüllung der Verheißung. Der Heiliger Geist war auf ihm, Simeon war jeden Tag im Tempel und wartete auf den Trost Gottes. Nehmen wir uns ein Beispiel an ihm:
- Simeon war gerecht. Wer ist gerecht? Der Bezirksapostel ging in diesem Zusammenhang auf das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner vor dem Tempel ein. Gerecht sei man durch die demütige Haltung vor Gott. Es gäbe viel Ungerechtigkeit und Böses auf dieser Welt, trotzdem solle man Gott in allen Dingen vertrauen, auch das schaffe Demut.
- Simeon war gottesfürchtig = nach dem Willen Gottes fragen. Wer gottesfürchtig sei, halte auch die Gebote Gottes. Gottesfurcht wachse im Herzen, wenn wir immer mehr Gott erleben und ihm vertrauen. Ein weisser Mann sagte einmal: Gottesfurcht muss ins Herz gepflanzt werden. Das sei die Aufgabe aller Mütter, Väter, Großeltern, uns allen.
- Simeon hat in Geduld gewartet - wir warten auch schon lange. Steht die Sehnsucht und die Liebe noch im Herzen auf die Wiederkunft Jesu? So die Frage des Bezirksapostels.
- Heiliger Geist war auf ihm (Simeon) - wir tragen auch den Heiligen Geist in uns. Erlebst du noch Anregungen des Heiligen Geistes? Das könne man überprüfen, indem wir hinterfragen, ob das alles mit dem Wesen Jesu übereinstimme. Wir wollen immer bewußt darauf achten, dem Heiligen Geist genügend Raum in uns zu geben.
Simeon war im Tempel = Heiliges, auch wir möchten uns Abgrenzen vom Profanen und Irdischen. Dann würden wir bewußt im Geistlichen Advent leben.
Bischof Volker Keck wurde zu einem Predigtbeitrag an den Altar gebeten.
Der Bezirksapostel hätte uns göttliche Geschenke mitgebracht, so der Bischof. Es sei Unfriede, Lieblosigkeit und Dunkelheit in der Welt. Diese Geschenke seien heute Frieden, Liebe und Licht. Es gelte nun, diese nicht nur für uns zu behalten, sondern weiterzugeben.
Simeon hatte den großen Wunsch, der auch in unserem Herzen brenne: „wir möchten Jesum sehen“. Bischof Keck endete seinen Predigtbeitrag mit der Frage „Ist das Sehnen so groß, dass wir nichts anderes wollen, dass heute Abend noch der Herr komme?“
Der Bezirksapostel bereitete die Gemeinde auf die Abendmahlsfeier vor: „Lasst uns jetzt ganz bewusst die Gnade Gottes ergreifen.“
Dieser Gottesdienst wurde feierlich mit einem Chor und einem Orchester unter dem Christbaum sitzend umrahmt.
2023-12-13 RuM